Noailles, Anna de, Schriftstellerin (1876-1933). Eigenh. Visitenkarte.O. O. u. D. , "Dimanche".

Als Begleitnotiz zu einer Büchersendung in Dankbarkeit, freundschaftlicher Erinnerung und Bewunderung: "Laissez-moi vous adresser avec tout mon bien amical souvenir et admiration, ces livres qui, grâce à vous, pouraient traverser l'espace avec les arabesques de mon main!".

Mit 25 Jahren ihren ersten Gedichtband veröffentlichend, dem noch zahlreiche weitere folgen sollten, waren "Dichterkollegen, allen voran Marcel Proust, Reynaldo Hahn und die Schauspielerin Sarah Bernhardt [...] hingerissen von der Bildersprache und Ausdruckskraft der Poesie der schönen Comtesse. In ihrem Literarischen Salon verkehrte bald die geistige Elite ihrer Zeit, unter anderem Francis Jammes, Paul Claudel, Colette, André Gide, Frédéric Mistral, Robert de Montesquiou, Paul Valéry, Jean Cocteau, Alphonse Daudet, Pierre Loti und Max Jacob" (Wikipedia).

Mit Spuren alter Montage verso.

[Beversen, Nicolaas Johannes, Literaturkritiker und Mäzen (1860-1932)]. Korrespondenzarchiv.Verschiedene Orte, 1886-1931.

Die umfangreiche Korrespondenzsammlung des niederländischen Literaturkritikers, Mäzens, Pädagogen und Bibliophilen Nicolaas Johannes Beversen erstreckt sich über mehr als vier Jahrzehnte und versammelt Briefe und Karten von über 90 Briefpartnern, mehrheitlich Schriftsteller und Maler, darunter Théophile de Bock, Pieter Cornelis Boutens, Colette, Georges Duhamel, Henri Fantin-Latour, Paul Fort, John Galsworthy, André Gide, Paul Herrmann, Ricarda Huch, Käthe Kollwitz, Melchior Lechter, F. T. Marinetti, Romain Rolland, Annie Salomons, G. B. Shaw, Stijn Streuvels, Arthur Symons und Émile Verhaeren. Meist geht es um Vorträge, zu denen Beversen einlädt, um Aufsätze und Beiträge, die er erbittet, und auch so manch Persönliches erfährt man - etwa von Ricarda Huch, die ein Jahr nach ihrer ihre Tochter Marietta nicht allein lassen möchte: "Meine Abneigung gegen Vorträge ist grundsätzlich", so heißt es etwa unterm 27. X. 1912, "und wird sich wohl nicht ändern. Außerdem habe ich noch schrecklich viel Arbeit mit meinem Buche, ganz abgesehen von einer Tochter, die ich nicht allein lassen könnte. Einstweilen muß ich also noch auf das Vergnügen einer Hollandreise verzichten".

John Galsworthy erläutert seine Einschätzung von Charles Dickens: "I safely received the MS. Yes, I'm afraid I do think Dickens - great as he was - was not what I call a poet. He could describe certain kinds of atmosphere well enough, such as the Essexmaster or the Thames in London, but there is lacking even from his best descriptions that which we find in Hardy or Turgenev or Coward. It's almost impossible to express the lack exactly. No, he was not a poet - though the greatest of all natural story tellers […]" (29. X. 1922).

Colette kündigt Beversen die Fertigstellung des zweiten Teils ihres Romans "La Naissance du Jour" (Revue de Paris 35/2, März-April 1928) sowie die Zusendung ihrer berühmten Portraitphotographie mit zwei Katzen (von Henri Manuel) an, die dank des Briefes auf 1928 datiert werden kann: "Ich habe drei Monate lang gearbeitet (an der zweiten Hälfte meines Romans (?) la Naissance du Jour) wie eine Unglückliche, mit unglaublicher Geduld und Mühe. Gestern Abend bin ich fertig geworden! (ich werde ins Kino gehen!) Und ich denke an Sie. Manuel wird ihnen das letzte Foto schicken, das zufällig gut ist, das heißt, dass die zwei Katzen darauf wunderbar sind. Selbstverständlich werde ich nach Den Haag kommen. Ich weiß weder wann noch warum [...]" (Paris, Frühjahr 1928; Übs. aus dem Frz.). In einem undatierten Brief berichtet Colette davon, dass sie sich von ihrem späteren dritten Mann Maurice Goudeket einen Artikel Beversens vorlesen bzw. übersetzen ließ (Paris, vor 1935).

André Gide wiederum versucht vergeblich das jüngste Werk des Diplomaten und Schriftstellers Paul Claudel, wohl "Partage de midi", für Beversen zu besorgen: "Unglücklicherweise ist das letzte Buch von Claudel nicht am Markt. Mit nur wenigen gedruckten Exemplaren befürchte ich, dass es heute durch die Gefallen, die er seinen Freunden damit getan hat, komplett vergriffen ist. Sie sind nicht der Einzige, der bedauert es nicht besorgen zu können [...]" (Paris, 6. I. 1907; Übs. aus dem Frz.). 10 Jahre später beantwortet Gide Fragen zum literarischen Nachlass des 1916 verstorbenen belgischen Dichters und Kritikers Émile Verhaeren: "Madame Verhaeren hat mir nie von den Reiseerinnerungen erzählt, auf die sie anspielen und ich bezweifle, dass V. diese jemals geschrieben hat. Allerdings werden zwei Bände von 'Konferenzen' (später) erscheinen. Ich weiß nichts von der Dossiersammlung die sie angesprochen haben. Ich warte also auf dieses Buch Ihres Freundes Valkhoff; er darf versichert sein, dass ich es mit herzlichster Aufmerksamkeit lesen werde [...]" (Cuverville, 15. XI. 1917; Übs. aus dem Frz.). Vermutlich bezieht Gide sich auf Pieter Valkhoffs "De Franse geest in Frankrijks letterkunde" (Leiden, 1917).

G. B. Shaw berichtet von der Vorbereitung eines Buches mit seinen zwei letzten Stücken "The Doctor's Dilemma" und "Getting Married" (16. XII. 1908), und Käthe Kollwitz beantwortet eine Reihe von Beversens Fragen zu ihrem Werk und erzählt von einer zwei Jahre zurückliegenden Reise nach Belgien und Holland: "Wir suchten die Grabstelle unseres Sohnes auf, der 1914 vor Dixmuiden fiel. Dann waren wir in Amsterdam und im Haag u. sahen die herrlichen Gemälde. Jetzt in diesem Jahr waren wir auf der entgegengesetzten Seite nämlich in Russland [...]" (3. VI. 1928).

Detaillierte Verlistung auf Anfrage.

Bernhardt, Sarah, Schauspielerin (1844-1922). Eigenh. Brief mit U.Kopenhagen, 12 Oct 1902.

Wohl an ein Mitglied der Familie von Winnaretta Singer, Princess Edmond de Polignac.

Winnaretta Singer (1865-1943), eine Tochter des Erfinders und Unternehmers Isaac Merritt Singer - der sein Vermögen mit der Nähmaschinenfabrik I. M. Singer & Company begründet hatte -, war in zweiter Ehe mit dem Komponisten und Edelmann Edmond de Polignac verheiratet gewesen. Als Mäzenatin vergab sie wiederholt Auftragsarbeiten an junge Komponisten wie Igor Strawinski ("Renard") und Erik Satie ("Socrate") und förderte u. a. Nadia Boulanger, Clara Haskil, Arthur Rubinstein, Vladimir Horowitz, Ethel Smyth, Adela Maddison, die Ballets Russes, die Pariser Oper und das Orchestre Symphonique de Paris; in ihrem Salon verkehrten u. a. Marcel Proust, Jean Cocteau, Claude Monet, John Singer Sargent, Sergei Djagilew und Colette; Manuel de Fallas "El retablo de maese Pedro" wurde in ihrem Haus uraufgeführt. "Nach dem Selbstmord ihrer Schwester Isabelle im Jahre 1896 übernahm sie die Erziehung von deren Tochter, die als Daisy Fellowes zu einer der wichtigsten Gesellschaftsgrößen des 20. Jahrhunderts wurde. Von 1923 bis zu ihrem Tode war ihre Lebensgefährtin Violet Trefusis [...] Ihre Gemäldesammlung, zu der neben Édouard Manets 'Die Lektüre' auch einige Gemälde von Claude Monet gehörten, gelangte 1944 als ihr Vermächtnis in den Louvre" (Wikipedia).

Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm und Vignette sowie schwarzem Trauerrand.

Geringe Faltspuren.

Hajd Thami Glaoui, "Lord of the Atlas", Pasha of Marrakech (1879-1956). Autograph quotation signed. In Arabic.Marrakesh, no date.

The original autograph contribution of Hajd Thami Glaoui to the Committee of the World League for Peace (Ligue Mondiale pour la Paix), a remarkable organisation formed in 1925 with close ties to the League of Nations. The Committee itself was composed of such notaries as Queen Elizabeth of Belgium, King Carol II of Romania, John D Rockefeller, Marie Curie, and Albert Einstein, who personally gathered the present manuscripts over the course of seven years (1925-32). Among the public figures who contributed to the project were dignitaries from the newly-created League of Nations' member states. The present manuscript has been studied extensively by native Arabic scholars, who nevertheless have been unable to decipher the Pasha's handwriting (see accompanying document). "Praise be to God! [...] war and establishing peace is the goal of every human being [...] decisions [...] goal. Truth is victory [...] nations [...] purposes [...] the League of Nations [...] he who knows his goal must strive to support [...] and peace. [Signed] Hajd Thami Glaoui". Thami Glaoui ruled as Pasha of Marrakech from 1912 until his death in 1956, amassing one of the largest fortunes in the world (reckoned to be $50 million) from harvests, stock, taxation, and (according to a Time Magazine article) a cut of the earnings of the 27,000 prostitutes operating in the Marrakech area. He has become a despised figure in Moroccan politics; he was, for example, a full ally of the French regime and conspired with them to successfully overthrow Sultan Mohammed V in 1953. His personal style and charm, as well as his prodigality with his wealth, made him many friends among the international fashionable set of the day. He visited the European capitals often, while his visitors at Marrakech included Winston Churchill, Colette, Maurice Ravel, and Charlie Chaplin.

Lugné-Poe, Aurelien, Schauspieler und Theaterdirektor (1869-1940). Eigenh. Brief mit U.Paris, 3 Dec 1919.

An die namentlich nicht genannte Winnaretta Singer, Princess Edmond de Polignac, der er Karten für den Ibsenzyklus zukommen läßt und die er über die Vorstellungstermine von "Nora oder Ein Puppenheim", "Hedda Gabler" und "Rosmersholm" informiert. Die Aufführungen hätten nichts mit dem Boulevardtheater zu tun und seien in keiner Zeitung erwähnt, ihre Freunde würden zweimal im Monat über ein Schreiben, die Zeitschrift "L'œuvre" oder telegraphisch informiert: "Inclus les cartes touchant le Cycle Ibsen. Les représentations de chaque pièce sont données cing à six fois chaque […]. Hedda sera donnée les 4, 5, 6, 8, 9 [...] Rosmers[holm] le 7. Fin du mois Nora, reprise de Hedda et de Rosmer! - Nos séances n'ont aucun contact avec le Boulevard ou les journaux; nos amis sont informés par une feuille bi mensuelle, la revue de 'L'œuvre', ou …le télégraphe!" - Aurelien Lugné-Poe war Gründer und Leiter von "La Maison de l'Œuvre" (auch "Le Théâtre de l'Œuvre") (1893-1929), das vornehmlich Werke von Maeterlinck, Claudel, Wilde, Ibsen, Strindberg, Hauptmann und Jarry inszenierte.

Winnaretta Singer (1865-1943), eine Tochter des Erfinders und Unternehmers Isaac Merritt Singer - der sein Vermögen mit der Nähmaschinenfabrik I. M. Singer & Company begründet hatte -, war in zweiter Ehe mit dem Komponisten und Edelmann Edmond de Polignac verheiratet gewesen. Als Mäzenatin vergab sie wiederholt Auftragsarbeiten an junge Komponisten wie Igor Strawinski ("Renard") und Erik Satie ("Socrate") und förderte u. a. Nadia Boulanger, Clara Haskil, Arthur Rubinstein, Vladimir Horowitz, Ethel Smyth, Adela Maddison, die Ballets Russes, die Pariser Oper und das Orchestre Symphonique de Paris; in ihrem Salon verkehrten u. a. Marcel Proust, Jean Cocteau, Claude Monet, John Singer Sargent, Sergei Djagilew und Colette; Manuel de Fallas "El retablo de maese Pedro" wurde in ihrem Haus uraufgeführt. "Nach dem Selbstmord ihrer Schwester Isabelle im Jahre 1896 übernahm sie die Erziehung von deren Tochter, die als Daisy Fellowes zu einer der wichtigsten Gesellschaftsgrößen des 20. Jahrhunderts wurde. Von 1923 bis zu ihrem Tode war ihre Lebensgefährtin Violet Trefusis [...] Ihre Gemäldesammlung, zu der neben Édouard Manets ‚Die Lektüre' auch einige Gemälde von Claude Monet gehörten, gelangte 1944 als ihr Vermächtnis in den Louvre" (Wikipedia).

Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf; etwas lichtrandig und angestaubt.

Laurencin, Marie, French painter and printmaker (1883-1956). 7 autograph letters signed.Paris, 1952-1955.

Amicable letters to the French writer Roger Nimier (1925-1962) about her flat, health issues, reading, and work.

While she struggles to find a flat, a project involving the writer Maurice Garçon (1889-1967), an opposing party claims she is not even French. She encloses a photograph showing herself with the writers Anna de Noailles (1876-1933) and Colette (1873-1954): "Donc plaidoirie de M. Maurice Garçon pour l'appartement. La partie adverse a trouvé que c'était par malice que je voulais rentrer chez moi et encore plus absurde - que je n'étais pas française! Voici une jolie photo [...]" (7 July 1952).

Still trying to resolve the matter of the flat, she is required to prove that she has lived at Rue Masseran since 1944. She hopes to obtain a certificate of residence and concludes with words of admiration for the journalist and art critic André Parinaud (1924-2006) and the writer Marcel Jouhandeau (1888-1979): "Votre Marie a le cou serré toujours pour l'appartement. Je dois prouver que j'habite depuis 44 7 rue Masseran [...] Gaston doit me faire une lettre certificat de domicile pour ainsi dire. Bon l'interview Parinaud dans Arts m'a impressionnée. J'ai peur de Jouhandeau maintenant et surtout de Parinaud [...]" (24 Oct. 1952).

Suffering from bronchitis, still waiting for her flat, but glad to be remembered by some as an "old Favourite" (a term describing the mistresses of the French kings), she offers to create portraits for a book on the "favourites": "Couchée depuis cinq semaines - Bronchite [...] Quand aurai-je ce sacré appartement [...] Une consolation - pour certains je suis encore une vieille Favorite [...] C'est joli ce que vous écrivez sur les Favorites. On devrait faire un livre à nous deux moi leurs portraits [...]" (26 Dec. 1952).

About a recently discovered letter that she had not received from her friend, the writer André Gide (1869-1951), further about his quirks that caused her to break with him, and on her disappointment at finding that all articles in the Nouvelle Revue Française discuss painting; also accusing the writer Henry de Montherlant (1895-1972) of having the "taste of a swine": "Jean Lambert [Gide's son-in-law] a retrouvé une lettre d'André Gide qui m'était adressée et pas envoyée, une lettre qui ferait battre montagnes en tout bien tout honneur naturellement nous fûmes très amis. C'est moi qui m'en allai la première. André Gide avait d'autres dadas que je ne pouvais accepter [...] Reçu la Nouvelle NRF. Déception - ils parlent tous peinture - même Montherland avec son goût de cochon [...]" (3 Jan. 1953).

Having read a text by Paul Léautaud (1872-1956) in the journal "La Parisienne", Laurencin considers him the only writer capable of making her tremble not with apprehension but with understanding. She compliments André Parinaud on an interview in the same journal: "Je pensais Paul Léautaud est le seul écrivain qui me fasse tressaillir pas d'espérance mais de compréhension [...] Bravo pour André Parinaud et son interview sur Céline" (14 Jan. 1953).

About a novella she has read countless times, feeling less and less capable of providing illustrations for the same, suggesting he use some of the drawings she gave him earlier: "J'ai lu et relu la nouvelle et me suis sentie de plus en plus incapable de l'illustrer [...] pourquoi ne vous serviriez-pas des dessins que je vous ai donnés. Dans mon idée ils sont mieux que ce que je vous ferai maintenant [...]" (11 April 1955).

About her stay in the Swiss town Montreux, which benefits her health, about enjoying lakeside walks, taking the bus to the city centre, and drinking hot chocolate: "Séjour à Montreux excellent pour la santé [...] promenades sur le lac et surtout l'autobus dans Montreux [...] et des tasses de chocolat [...]" (undated). With embossed address.

One letter with a small marginal tear; otherwise an extremely well-preserved set.